Detail am Rande: auch ein Kirchenbesuch kann abenteuerlich sein, im Innenraum war es dunkel, für Beleuchtung gab es einen Münzautomaten, ohne 100-Forint steht man im Dunklen.
Mittwoch, 26. September 2012
Grenzgängerisch unterwegs
Detail am Rande: auch ein Kirchenbesuch kann abenteuerlich sein, im Innenraum war es dunkel, für Beleuchtung gab es einen Münzautomaten, ohne 100-Forint steht man im Dunklen.
Freitag, 10. Februar 2012
Tannhäuser als Posse von Nestroy
Wie jeden Winter verbrachten wir mit Freunden einen Abend im lustigsten Operntheater von Wien .
Zum Plaudern trafen wir einander vorher beim "Inder" gegenüber, kulinarisch und Ambiente keine Empfehlung, aber ewig in Erinnerung das WC:
Das Programm war köstlich aufgeteilt, im ersten Teil Couplets von Nestroy (1801-1862!) über das Fremde in Wien (das gab es natürlich in der Donaumonarchie schon) und im zweiten Teil als Überraschung
diesen Tannhäuser! Wagner's Tannhäuser nämlich wurde bald nach seiner Uraufführung von Wollheim parodiert, auf Grund des grossen Erfolges beschloss Nestroy eine Wienerische Ausführung des Tannhäuser zu schreiben und verlegte die Breslauer Bier- in die Wiener Weinatmospäre!
Und so ist auch das "Theater". Das Lokal ist eine ehemalige Bäckerei, uralt, im Foyer nach der Kassa eine Tisch, wo Wein ausgeschenkt wird und Schmalzbrote in kleine Reiter geschnitten angeboten werden.
Im "Theatersaal" nimmt man auf Gartensesseln bei kleinen runden Kaffeehaustischerln platz
*) lt. Wörterbuch des Wienerischen: die (Pl.) (französisierende Weiterbildung zu Gspaß; im Gegensatz zu Gspaß meist mit kurzem a-Vokal gespr., daher Schreibung mit -ss- ) harmlose Späße, Gaudi
Samstag, 30. Juli 2011
Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut
Wir spürten gestern Abend wiedereinmal die Tradition der Kaiserstadt verbunden mit musikalischer Unterhaltung, charmant, ironisch und schwungvoll, in dem fast intim anmutenden Lehártheater. Die wunderbare Lage im Kurpark, die Terasse, wo man sich vor der Aufführung bei einem Gläschen einstimmen kann, für Hungrige wird sogar ein Operettenmenü im Restaurant geboten!
Selbst die Regentropfen, die ein Verweilen auf der Terasse erschweren, nimmt man mit Leichtigkeit und beobachtet das Publikum in unterschiedlicher Garderobe. Vom Dirndl und Lederhose bis zum eleganten Outfit oder legerer Kleidung ist alles vertreten.
Wir fanden die Inszenierung von Leonard Prinsloo sehr gut gelungen - schaut doch bitte einmal hier:
Sonntag, 25. April 2010
Pécs - Kulturhauptstadt Europas 2010
Die Stadt Pécs mit ca. 160.000 Einwohnern liegt in der Region Süd-Transdanubien, im Komitat Baranya.
Wir traten die Fahrt von Wien weg an, machten Station bei unseren Freunden, die im Grossraum Sopron ein Domizil haben und fuhren am nächsten Tag gemeinsam unter dem Motto "der Weg ist das Ziel" über Sümeg an der Westseite des Balaton über Kesztzhely nach Süden. Es dauerte lange, bis wir auf dieser Strecke eine Gaststätte fanden, die konvenierte, hatten dann jedoch in einem Ort mit Camping-Platz - Name entfallen - ein gutes Mittagessen und ein ordentliches WC.
Wir haben uns auf diese Fahrt - weil Kulturprogramm - ziemlich gut vorbereitet und im Internet eine Fremdenführerin gefunden, glücklicher hätte es nicht laufen können. Sie erledigte für uns die Hotelreservierung und stellte ein Programm zusammen, wir waren in besten Händen.
Aber das dauerte noch.
Wir erreichten die Stadt Pécs, das Hotel Palatinus in der Innenstadt zu finden sollte für unseren Navi kein Problem sein, allerdings hatte der nicht mit den vielen aufgerissenen Strassen gerechnet. Pécs ist im Begriffe, eine Runderneuerung zu erhalten und später hörten wir, dass es praktisch stündlich unerwartete Neuerungen im Strassenverkehr gab - Strasse aufgerissen - hier gesperrt, hier Einbahn usw., bravo, es begann gut.
Nach vielen vergeblichen Runden, die uns immer wieder zu einen neuen Baugrube brachten, begab sich unser lieber Herbert zu Fuss zum Hotel, um die Route zu erfragen. Er kam mit der Hausdame zurück, die uns den Weg zur Hotelgarage zeigen - wollte - nach Anlaufschwierigkeiten nahmen wir die Hürde bravourös und gelangten in die Garage des Hotels.
Von da weg lief alles wie am Schnürchen. Mitten in der kultur- und geschichtsträchtigen Innenstadt wohnend machten wir uns auf Erkundungstour, denn die Führung hatten wir für nächsten Morgen vereinbart.
Unseren ersten Kaffee tranken wir im "Elefanten Haus" am Jókai tér 6 und genossen im ersten Schanigarten von Pécs die wahrlich mediterrane Athmosphäre. Mildes Klima, Blütenpracht, ein Kaffee wie in Italien (nicht wie in Wien, denn das Glas Wasser mussten wir extra ordern), freundliche Menschen, alles war paletti.
Später bewunderten wir den Hauptplatz der Stadt, den Széchenyi-tér, wo noch letzte Fertigstellungsarbeiten vollzogen wurden, nach einen Wettbewerb hat man sich für die Variante des Zupflasterns entschieden.
Am Kellergewölbe sieht man Münzen kleben: wer eine Münze hinpickt, kommt wieder, heisst es!
Sonntag, 21. März 2010
L.E.O.
Man betritt die Räumlichkeiten des Theaters und lächelt. In den Betriebsräumen einer ehemaligen Bäckerei findet die Vorstellung statt.
Donnerstag, 25. Juni 2009
Luxus um € 18 !
Wo kann man schon in einem unterirdischen Bunker, bei grellem Deckenlicht und mit rauschenden Lüftungsrohren in den Wänden, wo das Recht auf eine Dusche per Los verteilt wird, nächtigen?
Montag, 6. April 2009
Fastentuch - Hungertuch - Altartuch - Schmachtlappen - Velum
Das Gurker Fastentuch zeigt Darstellungen des Alten Testaments wie auch des Neuen Testaments. Z.B. die Himmelfahrt des Elias, Daniel in der Löwengrube stehen der Verklärung Christi oder Jesus am Jakobsbrunnen gegenüber. Das Tuch misst ca. 80 m2 und zeigt 99 Bilder.
Auf unserer Rückreise von Italien durch Kärnten machten wir gerne den Umweg über Gurk, um die Gelegenheit wahrzunehmen, die Altarverhüllung durch das Fastenvelum zu betrachten.
Samstag, 14. März 2009
Die Gesichter einer Stadt - Reisende erleben Wien
Das war der Titel einer Lesung, die in der Galerie Heinrich, in den von einem Goldschmiedemeister betriebenen Veranstaltungsräumen, stattfand.

Wie Reisende - angefangen von Walther von der Vogelweide, über Lady Montague, Joseph von Eichendorff, Heinrich Laube bis Ingeborg Bachmann Wien gesehen haben, wurde in ausgewählten Texten mit musikalischer Begleitung vorgetragen.
Zitieren wir Heinrich Laube, gebürtiger Schlesier und späterer Direktor des Wiener Burgtheaters, wie er seine ersten Eindrücke von Wien schildert:
Ich hatte mir Wien so vorgestellt. Ein weites, behagliches Talbecken, rings mäßig hohe grüne Berge, überall frischer, lichtgrüner Rasen, inmitten die bequem hinschlendernde Donau, blitzende weiße Häuserreihen, Bäume dazwischen und wieder Häuser und Bäume, bis in die Berge hinein. ...... Hier ist Griechenland, hier ist Klassik, der Augenblick gilt. Die Dinge sind so wie sie aussehen. Sie sollen und wollen weiter nichts bedeuten. Sie wollen genossen sein.....Zieh den Samtrock und die weißen Beinkleider an, geh hinaus auf die Strasse, küsse die Mädchen und iss Backhendl....

Nach der Lesung - zurückgeholt aus der "Goldenen Wiener Backhendlzeit" gab es ein gemütliches Zusammensitzen in dem angeschlossenen Lokal des Goldschmiedes - insgesamt eine ideale Symbiose für Handwerk, Kunst, Kleinkunst und Kultur, der wir wünschen, dass sie weiterhin angenommen wird.
Ein erwähnenswertes Detail: In dem restaurierten Kellerlokal kann man auf der Stiege die original Wienerberger Ziegel mit dem Doppeladler und den Initialen "H" und "D" für Heinrich Drasche, den Herren des Wienerberger Ziegelimperiums, sehen! Jener Heinrich Drasche, der gegenüber der Baustelle der Wiener Oper 6 Parzellen erworben hat und dort ein riesiges Zinshaus errichten liess - die monströse Ziegelburg von Hansen, die auf Sicardsburgs und van der Nülls Theatergebäude drückte und vielleicht mit ein Grund für die viele zeitgenössische Kritik am Bau des Opernhauses war:
Der Sicardsburg und van der Nüll,
die haben beide keinen Styl,
ob Gotik oder Renaissance
das ist ihnen alles ans
Spotteten die Wiener
Donnerstag, 4. Dezember 2008
Van Gogh Ausstellung in der Albertina
Der Name geht auf den Begründer der Sammlung und Schwiegersohn von Maria Theresia (1717-1780), Herzog Albert von Sachsen-Teschen (1738-1822), zurück.
Hier geht es zur Biografie dieses außergewöhnlichen Malers, der in den letzten 10 Jahren seines kurzen Lebens sein gesamtes künstlerisches Werk schuf.


