dass ein bekanntes
Weinhandelshaus eine - nicht kostenlose, versteht sich - Einladung zu einem Degustationsmenü für "Vinocard-Holder" aussandte und Herr W. so ein"Holder" ist und der Termin mit meinem Geburtstag zusammentraf.
Wenn es um Essen, Trinken und Unterhaltung geht, bedarf es keiner grossen Überredungskunst, halbfeingemacht begeben wir uns mit der U-Bahn auf die
Mahü, wie angeblich die Mariahilfer-Strasse im Volksmund genannt wird (ich bin eine gebürtige Wienerin, aber diesen Ausdruck habe ich erst in jüngerer Zeit kennengelernt). Wir kennen das Lokal, der Platz gefällt uns gut, es liegt in der zweiten Etage und bietet einen schönen Ausblick auf das Leben und Treiben in der Geschäftsstrasse.
Die Tische sind eher wie in einer Bar, klein, blank, nicht besonders bequeme Sessel, gedacht für einen einen kurzen Aufenthalt, Mittagsmenü und ein Achterl oder zwei oder Abends zu einem kleinen Essen und einem Glas Wein, die Raucher gehen auf die geheizte Terasse.
Wir harren der Dinge, die auf uns zukommen, betrachten die Menü und Weinkarte:
Der erste Gang wir auf einer Schiefertafel serviert
sieht viel zu schade zum Essen aus, wir warten auf die Weinbegleitung, aber die kommt nicht, kommt nicht....
wir nehmen es mit Gelassenheit, mittlerweile haben wir Tischnachbarn bekommen, mit denen sich eine köstliche Unterhaltung ergibt. Zum "Getrüffelten Cappuccino" von weißen Bohnen und Steinpilzen, dürfen wir dann den
Jamek-Federspiel geniessen und langsam kommt das Service in die Gänge.
Von Herrn Wienermaedel befragt gibt das überaus nette Servierpersonal zu, dass es sich um die erste Aktion dieser Art handle und ausserdem ein Krankheitsfall einiges Durcheinander bewirkt habe.
Da wir mit unseren Sitznachbarn viel Spass hatten und einige Besonderheiten über Wein erfahren konnten - das junge Paar entpuppte sich als profunde Weinkenner, wo wir hingegen die Weine von gewissen Gegenden besser kennen und den Rest nach "schmeckt" oder "schmeckt nicht" katalogisieren, machten uns die Pausen und Hoppalas nichts aus.
Der zu diesem abgebildeten Forellenfilet gereichte
Smaragd vom Knoll würde uns nur angesichts des Preises zum Niederknien bringen, wir konnten ihn nicht als sortentypisch einordnen, aber das ist ein besonders ausgebauter Wein für besondere Liebhaber.
Angetan waren wir vom geschmorten Ochsenbackerl und dem
kalifornischen "Black Stallion".
Die zwischendurch gereichten Wiedergutmachungen des Hauses machten auch alle Unzulänglichkeiten mehr als wett.
Da die Portionen sehr klein gehalten waren, war für das Dessert
Topfenködel mit Gewürzbröseln und Trockenfrüchtekompott, locker Platz.
Zum Abschluss servierte man uns noch
Roederer. Nicht nur deswegen, sondern wegen des sehr gelungenen Abends beschlossen wir, hier öfter ein Achterl mit Freunden zu trinken.