Mittwoch, 6. Mai 2009

Gesund oder was?



Die Reiseapotheke von zwei Personen in unserem Alter - hätte ich nicht erst kürzlich
"Korrupte Medizin" von Hans Weiss gelesen - ich wäre vielleicht nicht so sensibel.
Habe ich zu unrecht das Gefühl, daß viele Menschen vollgepumpt werden mit Medikamenten, die sie gar nicht brauchen?
Es gibt eine "Hochdruckliga", die festlegt, dass nur wirklich gesund ist, wer unterhalb eines optimalen Blutdrucks von 120/80 mm HG liegt.
In dem angesprochenen Buch wurde errechnet, daß diese Verschiebung der Bluthochdruck-Grenzwerte zur Folge hätte, dass z.B. in Deutschland nicht 20 Millionen Bluthochdruck-Patienten zu behandeln seien, sondern 26 Millionen.
Der Umsatz der Konzerne für diese "Krankheit" von derzeit 2,5 Milliarden Euro würde auf 3,3 Milliarden Euro steigen, wurde ermittelt.
Ich wußte nicht, daß z.B. ein Bluthochdruckmittel bei einem Packungspreis von € 20,33 einen Kostenanteil des Wirkstoffs von 1,5 % hat! Die Firma macht mit diesem Mittel angeblich einen Jahresumsatz von 51 Millionen Euro.
Aspirin wird auch erwähnt: Packungspreis € 2,45 - Wirkstoffkostenanteil: 0,1 %
Ich kann einem Arzt, der einem Patienten eine solche Ladung an Medikamenten verschreibt - und ich liege wahrscheinlich nicht falsch, dass die Verträglichkeit der einzelnen Produkte mit- oder gegeneinander gar nicht überprüft wurde - mein Vertrauen nicht schenken.
Sicher werde ich nicht bis an mein Lebensende mit Arnika und Schwedenbitter auskommen aber gegen kritiklose Inanspruchnahme der Pharmazie habe ich Bedenken.

Kommentare:

  1. Ich habe gehört, dass ein Blutdruck bis zu 140 normal ist. Darüber sollte unbedingt behandelt werden.

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  2. Wienermädel Du sprichst mir aus der Seele.
    Vieles wird nur des Umsatzes wegen angepriesen. Auch heißt es so schön wenn man einmal ein Blutdruckmittel genommen hat darf es nicht abgesetzt werden. Das hält den Umsatz schön hoch. Nur ein Schelm wer da schlecht denkt ?

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  3. Liebes Wienermaedel, Du bist, wie sehr oft, am Pulsschlag der Zeit - heute steht darüber eine ganze Seite im Kurier. Bravo

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  4. Ente: genau das meine ich damit, das geplante Heruntersetzen des Grenzwertes auf 120 würde 6 Mio Mwenschen allein in Deutschland zu beahndlungswürdigen Kranken machen.

    Melitta: da sind wir auf einer Linie

    Anonym: Kurier ja, aber nicht in meinem Sinne .

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  5. Ich muss sagen ich bin immer wieder perplex dass meine Eltern ( ca. 75 und 80) seit Jahren eine Un-Menge von Medikamenten nehmen (ähnlich wie auf Eurem Foto), wo ich größten Respekt davor habe, dass sie es überhaupt schaffen, das alles in der richtigen Reihenfolge und regelmäßig einzunehmen. Echt Respekt!!
    Ob's notwending ist? Ich weiss es nicht. Sie waren beide sehr krank, Vati Gehirnblutung vor 14 Jahren, Mutti Lungenfibrose seit 20 Jahren (Cortison seit zwei Jahren abgesetzt - staun staun, junge Ärzte im Kremser Spital??? tut ihr aber gut!).
    Ja, großes Rätselraten bei mir: ich bin jetzt 52 und wie wird das mal bei mir??? Hab 30 Jahre geraucht und rauche seit einem Jahr nicht mehr. Blutdruck war bis jetzt OK, auch die anderen Werte. Jetzt hab ich etwas zu viel Gewicht.
    Ich hab jedenfalls nicht vor so viele Medikamente zu schlucken wie meine Oldies. Wenn ich den Bodymass index überschreite, dann versuche ich abzuspecken. Bewegung mach ich ohnehin gerne aber durch den 42 Stunden Job zu wenig Zeit dafür, obwohl sicher mehr als der Durchschnitt.
    Also ich weiss nicht wo's lang geht mit der Pharmaindustrie, aber ich finde Psych-Hygiene, Bewegung, nicht zu viel Fettes und Konserviertes essen, aber alle oder was halt so geht so gut wie möglich tun mit Freude und Spass dran - vielleicht hilft das???

    Danke für Euren tollen post, das ist WIRKLICHT ein Thema!!!! Mich interessiert es brennend!
    Happy Weekend und alles Liebe, Maria

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  6. Es ist nun mla leider so, die Ärzte sind halt die Handlanger der Pharmariesen. Um echte Gesundheit geht es nur dfen wenigsten. Alles ist am lieben Geld fixiert. Wenn die Ärtze wieder mehr Zeit für die Patienten hätten, sie ausgiebig und wirkungsvoll beraten könnten, dann wäre n viele Medikamente überflüssig. Leider geht heute nur noch alles im Hauruck Verfahren, Patient kommt, Arzt guckt, schreibt auf und rechnet ab...
    Ob das alles dann auch hilft ist oftmals Glückssache und natürlich viel Glaube des Patienten...
    Sei lieb gegrüßt
    Kvelli

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  7. Danke für eure Zustimmung. Es geht ja nicht darum, wirkliche Leiden zu mildern, sondern Krankheiten, die gar nicht vorhanden sind zu heilen. So wird manchen vorbeugend (!)ein Cholesterinsenker verschrieben, weil sie Risikofaktoren hätten, erhöhte Werte zu bekommen. Und die Betroffenen, die das einnehmen, sagten uns, dann könne man sich wenigstens einen Schweinsbraten gönnen, weil es eh eine Pille dagegen gibt.

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  8. hmmmmmmmm.....Kann man nicht auch argumentieren, dass viele dieser Gelder auch in die Forschung fließen? Und letztendlich ist doch dieser Aufschlag auf den Produktionspreis normal bei allen Produkten. Da kommen noch Transportwege hinzu, Verpackungen, Werbekosten usw. bei Medizin sicherlich ethisch nicht unbedenklich. Bluthochdruck ist eine ernst zu nehmende Sache und eigentlich sollte man doch dankbar sein, dass es sich behandeln lässt. Hab das Buch nicht gelesen aber bin der Meinung dass sich vieles (noch nicht) mit natürlichen Wirkstoffen in der Wirkungsweise behandeln lässt, wie mit Chemie. Obwohl, die Chinesen sind ja da echt fit drin, allerdings bedarf auch die Naturmedizin noch vieles an Forschung, gerade weil auch Pflanzen nicht ganz unbedenklich sind wenn es zu Nebenwirkungen kommt.

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  9. Die Natur kann nicht alles heilen, wir brauchen die Pharmazie. Da bin ich völlig deiner Meinung. Aber wo bleibt die Ethik, wenn man manche Umsatzzahlen liest:

    AstraZeneca: Umsatz 20,5 Milliarden €
    Gewinn: 5,4 Milliarden € = 26,4%
    Roche: 29,2 Milliarden Umsatz, Gewinn 9,2 Milliarden € = 31,6%
    (die Zahlen stammen aus dem zitierten Buch)

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