Mittwoch, 16. Dezember 2009

Wiener G'schichten im Advent


Heute  musste ich in die Stadt. Dieser Herr, wir nennen ihn Georgey, hat mich angelockt, denn unsere Kaffeebar gehörte aufgefüllt. Das neue Geschäft am Graben liegt besonders günstig - raus aus der U-Bahn Stephansplatz, hinüber zum Graben, praktisch!
Ich suchte mir einen feschen jungen Herrn als Bedienung - lustiger hätte ich es nicht treffen können. Als er unsere Adresse las, stellte sich heraus, wir sind fast Nachbarn, er wohnt im Haus schräg vis-a-vis dem unseren. Es war ein g'spassiger Einkauf , ich bin gespannt, ob wir uns einmal auf der Strasse treffen.



Ich bin nicht katholisch, wenn ich aber längere Zeit nicht in Wien war, drängt es mich hierher.



Im Stephansdom ein Kerzerl spenden, besinnlich innehalten, das mache ich sehr gerne.

Der Dom war beängstigend voll, Schüler, Touristen, einkaufende Menschen und solche die einfach einige Minuten Besinnlichkeit suchten, die man in der pulsierenden Geschäftsstrasse nicht finden kann.

Die Menschen drängten sich in den Geschäften und Strassen - ich hatte keine weiteren Besorgungen und wollte zur nächsten U-Bahnstation spazieren und den Rückweg antreten.


Vorbei beim festlich geschmückten Demel


Ein Blick zum Altwiener Christkindlmarkt

Zuviele Menschen waren in den Strassen, um den Ausflug geniessen zu können, ich liess mich zur U-Bahn Herrengasse schieben, presste meine Handtasche und die Kaffeesackerln an den Körper und erreichte in wenigen Minuten unsere Heimatdestination.

Im U-Bahnaufgang eine Stimme, ein Tonfall, den man nun häufig bei uns hört



(Quelle: Wikipedia)

Augustiiiin  -  biiiiiitte kaufen - Weihnachten, biiiitte kaufen 

Sie sind überall, die Verkäufer des Augustin:

Der "liebe Augustin" war einst ein Wiener Strassensänger, ein Original, von dem berichtet wird, er sei im Rausch in einer Pestgrube gelandet und hätte dies unbeschadet überstanden.
Wenn heute der Ruf "Augustiiiiiin" ertönt weiss der Wiener, dass es sich um die Strassenzeitung der Obdachlosen bzw. ausgegrenzten Menschen handelt. Sie kostet 2 €, wovon 1 € dem Verkäufer bleibt.
Ich habe eine Münze in der Jackentasche, die bekommt er, die Zeitung nehme ich nie mit.

Kann der Kontrast grösser sein - hier die eleganten Geschäfte der Innenstadt, Luxus, Glanz und Gltzern
und da der Obdachlose!

Kommentare:

  1. Was sagt denn der Herr Wienermädel dazu, wenn du dir einen feschen jungen Herrn suchst?

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  2. Liebes Wienermädel,
    hast Du Dich auch in die Stadt gewagt, es ist Wahnsinn oder? Ich habe nächste Woche noch Büro (in der Gasse wo am Eck besagtes Kaffee-Geschäft ist) und es ist schon schwierig hin zu kommen und wieder zurück zur U-Bahn.
    Den Augustin kaufe und lese ich gerne, der ist nicht schlecht geschrieben und bietet eine andere Sicht auf manche Dinge.
    Liebe Grüße
    Teresa

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  3. Nette Bilder. Hier hats auch geschneit. Wünsche euch einen schönen abend, LG Petra B.

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  4. Diese Zeitungen gibt es hier auch. Ich kaufe sie manchmal, da stehen auch gute Dinge drin...
    Servus und so long
    Kvelli

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  5. Das glaube ich, dass es voll überall war.
    Ich war auch mal im Dezember in Wien, hat mir sehr gut gefallen - auch der Stephansdom :-).

    Ich wünsche Euch einen schönen 4. Advent und schicke ganz liebe Grüße
    Katinka

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  6. Nicht, dass ich mich darum reiße, jeden vorweihnachtlichen Tag in der City zu verbringen, aber so wie heuer, es an KEINEM Tag zu schaffen, ist es auch nicht nett. Nachdem diese Woche auch wieder eine steirische war, wird es wohl heuer nix mit dem Wiener Weihnachtszauber mit Punschstandln, Weihnachtsmärkten und Gesuder, dass alle Welt auf den Beinen ist und mir die Sicht verstellt :-)

    Morgen und am Montag muss ich noch ein paar Kleinigkeiten besorgen, den Großeinkauf für Mütterchen erledigen, ein paar Vorräte für die Weihnachtstage anlegen und dann geht es wieder gen Süden. Am Hl. Abend werde ich aber hoffentlich rechtzeitig zur Bescherung wieder da sein, bevor am 27. der normale Wahnsinn bis einschließlich Silvester abermals losgeht. Aber wenigstens wird mir nicht fad :-)

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  7. Ja, die Augustinverkäufer sind überall unterwegs. Aber sie haben eine Aufgabe, erhalten Geld dafür und müssen nicht betteln. Es wäre interessant, über ihr Leben mehr zu erfahren. Oft lebten sie in geordneten Verhältnissen und sind aus welchen Gründen auch immer in die Obdachlosigkeit geschlittert.
    Lieben Gruß
    Lemmie

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  8. Du sprichst mir aus der Seele! Danke für den schönen und auch besinnlichen Spaziergang!

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  9. Vielen Dank allen unseren lieben Lesern und vor allem Dank für die lieben Kommentare, die uns immer sehr erfreuen.

    Wir wünschen euch eine wunderschöne und unaufgeregte Vorweihnachtszeit.

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