Mittwoch, 13. Februar 2008


Elisabeths Gruppe danken wir die Einladung zur Teilnahme an einer Führung im Dommuseum Wien, welches derzeit eine bulgarische Ikonensammlung präsentiert.



Hl. Georg und Demetrios 14./15. Jhdt.

Apostel Lukas malt die Großmutter


Versammlung der Apostel





Feuer und Geist

1000 Jahre bulgarische Ikonen
14. November 2007 bis 1. März 2008 (Ausstellung Dommuseum Wien)

Einblicke in die Schatzkammer

Anlässlich des EU-Beitritts der Republik Bulgarien im heurigen Jahr bietet das Dommuseum Wien Einblicke in die Schatzkammer des bulgarischen Patriarchats in Sofia. Um dem internationalen Publikum die Kunst und Kultur Bulgariens näher zu bringen, werden in dieser Ausstellung einige besonders kostbare, großformatige Ikonen und liturgische Gegenstände präsentiert, die zuvor noch nie im Ausland zu sehen waren.

Das älteste Exponat der Ausstellung stammt aus dem 6. Jahrhundert. Es stellt ein einzigartiges Zeugnis der Entwicklung der Region lange vor der Besiedlung durch die ersten Protobulgaren dar. Herausragend ist auch eine Reliefikone der in Bulgarien besonders verehrten Kriegerheiligen Georg und Demetrios aus dem 14./15. Jahrhundert – ein Werk, das in keiner Abhandlung über bulgarische Ikonen fehlt.

Allgegenwärtiger Dualismus

Im orthodoxen Glauben ist die Ikone der Ort, an dem sich Diesseits und Jenseits, das Irdische und das Himmlische begegnen. In der Farbsymbolik der Ikonenmalerei steht dabei Rot – die Farbe des Feuers – für das Irdische. Zudem ist es die Farbe all jener Märtyrer, die ihren Glauben mit ihrem Blut bezeugt haben, sowie die Farbe des Gottessohnes, der auf den Ikonen in kaiserliches Purpur-Rot gehüllt dargestellt wird. Dagegen steht das in der bulgarischen Ikonenmalerei damit häufig kombinierte Blau als Kontrastfarbe für das Himmlische, als Farbe des Geistes.

Zugleich verweist der Titel der Ausstellung aber auch auf einen Dualismus, der die geschichtliche und kulturelle Entwicklung Bulgariens stark geprägt hat. Die Kriege auf dem Balkan – das »Feuer des Schwertes« – haben die Kultur des Landes ebenso beeinflusst wie die hohe Vergeistigung, bedingt durch die Konvertierung zum christlichen Glauben im Jahre 865. Eine ganz besonders wichtige Stellung in der Kulturgeschichte Bulgariens nahm die orthodoxe Kirche jedoch vor allem in der Zeit der 500 Jahre währenden osmanischen Fremdherrschaft (bis 1878) ein, als sie sich zur Bewahrerin einer eigenständigen, bulgarischen Kultur entwickelte. In dieser Epoche wurden auch die Ikonen zu einem Symbol des kulturellen und geistigen Widerstands.

cc Dommuseum Wien



Nach dem Kulturgenuß gab es ein gemütliches Zusammensitzen beim "Heiner".





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Dazu wurden uns noch Nüsse geliefert und der Wein aus Illmitz ist auch eingelangt, es adventelt. .