Samstag, 23. Februar 2008


Ist Global-Bio noch zeitgemäß?

Bio-Wein aus Argentinien, Bio-KIWI aus Neuseeland, Bio-Karfiol aus Süd-Afrika - nur um dem ökologischen Gedanken zu bedienen diese weiten Wege? Ist die Menge der angebotenen Bio-Produkte überhaupt noch glaubhaft
Umweltbewusste Ernährung und pestizidfreier Anbau müssen nicht mit Cargo-Flügen um die halbe Welt erzwungen werden - denn das Gute liegt so nah. Direktvermarktung ist der aktuelle Trend.
Jetzt springen Supermarktketten auf den Zug auf . Die Konzerne kooperieren mit lokalen Erzeugern, die Qualitätsnormen vorweisen, welche über den gesetzlichen Vorgaben stehen.
Aber woher wissen wir, was „BIO“ und „ÖKO“ ist?

Früher war die Welt so einfach. Öko - das waren Müsli und Vollkornnudeln, Schrumpeläpfel oder verbogene Karotten, und - wenn es was zum Naschen sein sollte: Haferkekse oder Reiswaffeln. Heute haben große Biosupermärkte eine Produktpalette, die sich kaum mehr von der konventionellen Konkurrenz unterscheidet.

Um den Überblick nicht zu verlieren, hier die wichtigsten Bezeichnungen



„Aus kontrolliert ökologischem“ oder „kontrolliert biologischem Landbau“:


So dürfen nur Lebensmittel bezeichnet werden, die ohne chemische Pflanzenschutzmittel und ohne mineralischen Dünger erzeugt wurden. Die Bezeichnung ist geschützt. Meist sind die Produkte mit den Signets der Bioanbauverbände gekennzeichnet

„Aus kontrolliertem Anbau“:


So nennen sich häufig Produkte, bei denen das Verarbeitungsunternehmen die Landwirte verpflichtet, bedarfsgerecht zu düngen und sparsam mit Pflanzenschutzmitteln umzugehen. Kein ökologischer Landbau! Form und Umfang der Kontrolle sind nicht fragwürdig.


„Aus integriertem Anbau“:


Anbauverfahren, das sich bei der Düngung nach dem Nährstoffbedarf der Pflanzen richtet und bei dem Pflanzenschutzmittel erst eingesetzt werden, wenn Schäden sich wirtschaftlich auswirken. Kein ökologischer Landbau! Integrierter Anbau sollte eigentlich der Mindeststandard in der Landwirtschaft sein und nicht besonders herausgestellt werden.


„Aus natürlicher Erzeugung“:


Ein undefinierter und nichtssagender Begriff, der möglicherweise werbewirksam ist, jedoch nichts über die Produktionsart aussagt.


Unser Resümee:


Wir kaufen gerne Produkte von Selbstvermarktern und auf Märkten, wir haben einen "Bio-Winzer" unseres Vertrauens, aber wir folgen nicht dem Öko-Wahn. Und wenn wir an die mit Riesenschritten herannahende Gartensaison denken - was gibt es Besseres als einen Häuptelsalat aus dem eigenen Hochbeet ? Kohlrabi und Zucchini ? Und die frischen Kräuter ?




Kommentare:

  1. Das sagt der ORF heute zu diesem Thema:

    Landwirtschaft 24.02.2008
    Viele Biobauern kämpfen ums Überleben
    Bio boomt, und dennoch ist die Welt vor allem auf den kleinen Bauernhöfen nicht in Ordnung. Zu groß sei die Macht von Bürokratie und Konzernen und zu gering die Freiheit, beklagte dieser Tage die Österreichische Bergbäuerinnen Vereinigung.

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