Mittwoch, 5. September 2007





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Bauern in Europa: Der Schweinebaron


Eine Dokumentation von Sabine Brand

Im Zuge der Veränderung der Landwirtschaft knüpfen einige Bauern in Europa an alte Traditionen an. Sie entwickeln neue Ideen einer alternativen Bewirtschaftung ihres Fleckchens Erde.
Heute: Die wolligen Schweine auf der Bezzegpuszta, einem Bauernhof südlich von Budapest, führen ein prächtiges Leben, bis für sie der letzte Tag gekommen ist. Seit 14 Jahren bewirtschaftet Istvan Stadler mit seiner Frau Erika und seinen drei Söhnen den Hof. Ihr Produkt: ungarische Salami. Von der Fleischproduktion allein könnten die Stadlers nicht leben, deshalb geben sie im Sommer Touristen Einblicke in ihren Betrieb. "Bauer sein, das ist mein Leben", sagt Istvan, "Geld ist nicht so wichtig, Hauptsache wir kommen über die Runden.

Einhundert Kilometer südlich von Budapest bewirtschaftet Istvan Stadler mit seiner Frau Erika und seinen drei Söhnen die Bezzegpuszta, einen ehemaligen Genossen-schaftsbetrieb. Mehr als 200 Wollschweine in jeder Alters- und Gewichtsklasse - das ist ganz schön viel Arbeit.
Bis in die 70er Jahre war das so genannte Mangalitza-Schwein nahezu ein Wahr-zeichen Ungarns. Dann kam auch hier die Cholesterindiskussion auf. Niemand wollte mehr so fettes Fleisch essen. Erst in den letzten zehn Jahren ist das zottelige Borstentier wieder in Mode gekommen.

Jedes Jahr verarbeiten die Stadlers 100 Schweine zur begehrten ungarischen Salami. Da trifft es sich gut, dass ihre Zwillingssöhne Laszlo und Istvan gelernte Metzger sind. So bleibt alles in Familienhand: Schweine, Wurst, Arbeit und Gewinn. Für den Ackerbau ist der älteste Sohn Silvester zuständig. 300 Hektar Nutzland - das bedeutet allein 30 Tage pflügen.
Von der Schweinezucht und der Metzgerei alleine können die Stadlers aber nicht leben. Deshalb schleusen sie von März bis Oktober Touristengruppen durch ihr Reich. Ein traditionelles Gulaschessen im Festsaal, ein bisschen Folklore - und nebenbei kann man auch noch Salami verkaufen.

Und auch sonst herrscht reges Treiben: Der Schweinebaron besucht Rudi, seinen Eber, der auf einem anderen Hof die Sauen glücklich macht. Die Zwillingssöhne versuchen, ins große Geschäft einzusteigen. Neben der regelmäßigen Belieferung von Spezialitätenläden in Budapest gibt es schon erste viel versprechende Kontakte zu einem holländischen Fleischimporteur. Noch ist die EU weit weg und die Transportkosten sind zu hoch. Aber wer weiß, wie es in ein paar Jahren aussehen wird.

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Mahü  ging es gestern nachmittag richtig zu