Donnerstag, 12. Februar 2009

Kopjafa - Speerholz



Weil uns diese geschnitzten Holzsäulen schon öfter begegnet sind, haben wir ein bisschen nachgeforscht, was sie uns sagen:

Sie heißen Kopjafa - Speerholz - und sind ursprünglich geschnitzte bunte Grabhölzer, Grabzeichen der Reformierten, Protestanten und Unitarier in Ungarn, Siebenbürgen, der Ukraine und in der Slowakei.

In jüngerer Zeit werden sie als Gedenksäulen aufgestellt und sind als Nationalsymbol zu verstehen - häufig tragen sie die Inschrift "wir sind da". Es erklärt sich von selbst, warum die ungarische Minderheit in der Slowakei diese Säulen aufstellt.

Richtig erklärt, liebe ungarische Leser ?


Kommentare:

  1. Schön diese Erklärung.
    Diese Pfähle erinnern sehr an die indianischen Totempfähle.
    Gruss aus dem -8 Grad kalten verschneiten Skåne,
    Petra

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  2. Hallo nach Wien,

    vielen Dank für die Aufklärung über die Holzsäulen. Wir haben solche in einem Heimatmuseum in der Slowakei gesehen. Sie waren aufwendig geschnitzt und hatten eine Inschrift. Wir wussten bis heute nicht, für was die sind. Nun sind wir schlauer, Dank Euch!

    Liebe Grüsse

    heidi

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  3. Petra: danke für den Gruß aus der Kälte - die genaue Bedeutung der Speerhölzer kannten wir bis jetzt auch nicht

    Heidi: schön, dass wir etwas beitragen konnten

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  4. auch ich provitiere von eurer Erklärung .. Lieben Dank dafür !
    Einen schönen Sonntag wünsche ich nach Wien :-)
    ♥☼♥Barbara♥☼♥

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  5. jetzt hab ich ein besseres bild über diese holzsäulen, die im eigenen land stehen (ungarn).
    Bis jetzt konnte mir keiner erklären, wofür diese stehen, hab nur zu spüren bekommen, dass es irgendwie was "heimatliches" betont. Vielen dank für die korrekte beschreibung!

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  6. Meine ungarischen Verwandten haben Kopjafa mit "Kopfholz" übersetzt. Laut deren Aussage entstand das Kopjafa im heute ungarischen Teil von Rumänien. Den dort lebenden Protestanten wurden Grabsteine aus Stein verboten. Deshalb seien sie auf die Hölzer ausgewichen. Bei einem Besuch auf dem Heldenfriedhof in Budapest sah ich jede Menge dieser Hölzer in ganz unterschiedlichen Formen.

    Liebe Grüße aus Stuttgart

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  7. Danke für diesen sehr interessanten Kommentar und liebe Grüsse nach Stuttgart

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  8. Ist zwar schon etwas spät, aber besser spät als nie. Ich kenne zwei Erklärungen:
    1) Laut ungarischer Wikipedia geht der Kopjafa auf die Székler zurück. Früher war es üblich, dass man den Sarg eines Verstorbenen auf zwei "Stämmen" zum Grab trug. Diese Stämme wurden anschließen am Kopf und Fuß des Grabes aufgestellt, siehe: http://hu.wikipedia.org/wiki/Kopjafa (das untere Bild zeigt diesen Gebrauch).
    2) Der andere Ansatz geht auf eine Waffe, genannt kopja, zurück. Im Mittelalter waren diese eine Art Lanze, allerdings besaßen schon die landnehmenden Ungarn ähnliche Waffen und auf eben diese Zeit soll der Kopjafa zurückgehen. Wenn Ungarn zu weit von ihrer Heimat starben, wurde aus Materialmangel dessen Kopja analog zu einem Grabstein aufgestellt. Daraus soll später der Kopjafa geworden sein.

    Sei es wie es will, keinesfalls haben Kopjafas ursächlich etwas mit der reformierten Kirche zu tun. Lediglich sind die Székler zu meist reformiert (zumindest traditionellerweise), deswegen schmückten sie die Säulen mit Motiven die für die reformierte Kirche typisch sind. Und die Székler hatten deswegen so großen Einfluss darauf, weil sie sie entweder erfunden haben (siehe Erklärung 1) oder weil sie die Traditionen um den Kopjafa stärker erhalten haben als die übrigen Ungarn (Erklärung 2) - vgl. ungarisches Runenalphabet.

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  9. Schade, dass du in der Anonymität bleibst, danke trotzdem für diesen sehr interessanten Kommentar

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