Dienstag, 30. Oktober 2007

Die kommenden Kirchenfeste:



Reformationsfest

in evangelischen Ländern seit 1617 alljährlich gefeiert, erinnert an den Anschlag der 95 Thesen durch Martin Luther am 31. 10. 1517, womit die reformatorische Bewegung (Reformation) ausgelöst wurde; bringt vor allem seit 1817 protestantisches Selbstbewusstsein zum Ausdruck. In Österreich gilt das Reformationsfest für Angehörige der evangelischen Kirchen als gesetzlicher Feiertag.



Allerheiligen - Allerseelen
1. u. 2. November


Jährliche Gedenktage für Verstorbene - seien es Märtyrer, Heilige oder "Normalsterbliche" - gab es bereits im antiken Christentum. Seit dem 9. Jahrhundert hat dieses Gedenken ein festes Datum: Allerheiligen wird am 1. November begangen. 998 legte dann Odilo von Cluny die Allerseelenfeier für den 2. November fest, die Mönche von Cluny verbreiteten das Fest im 11. Jahrhundert, in Rom wurde es erstmals im 14. Jahrhundert gefeiert.

An beiden Tagen wird der Verstorbenen gedacht - mit verschiedenen Schwerpunkten. An Allerheiligen stehen - der Name sagt es - alle Heiligen (Märtyrer) im Mittelpunkt. Anno 835 wurde Allerheiligen in diesem Sinne von Papst Gregor IV. eingeführt.

An Allerheiligen werden auch die Gräber auf den Friedhöfen von den Angehörigen geschmückt, bei Katholiken wird das "Seelenlicht" entzündet, das auch noch am darauffolgenden Allerseelentag leuchtet. Damit leitet Allerheiligen allerdings bereits über zu Allerseelen.

Denn an Allerseelen steht die Hilfe der Lebenden für die Verstorbenen im Zentrum. Folgenreich war in diesem Zusammenhang der Armseelenkult. Dieser Kult wurde durch die von einigen Kirchenvätern vertretene und vom Trienter Konzil bestätigte Auffassung gefördert, die Seelen Verstorbener, die vor Gottes Gericht bestanden hätten, seien vor ihrer Aufnahme in den Himmel an einem Ort der Reinigung (Purgatorium, Fegfeuer). Die Lebenden könnten den Toten durch Armseelenspenden helfen: Messopfer, Gebete, Opfer und Fasten. Eben diese „Pflege der Seelen” in Form von „Seelgerätestiftungen”, die Hilfe der Lebenden für die Verstorbenen, deren endgültige Erlösung durch „gute Werke” befördert werden sollte, konzentrierte sich auf Allerseelen.



Martini
11. November



Simone Martini 1322-1326, Der Hl. Martin teilt seinen Mantel; Kapelle in Unterkirche San Francesco in Assisi

Namensfest des heiligen Martin von Tours, Landesfeiertag des Burgenlands, Lostag. Historisch wichtiger Brauch-, Rechts- und Wirtschaftstermin im bäuerlichen Arbeitsjahr, verbunden mit dem Ende des Wirtschaftsjahres und dem Beginn des 6-wöchigen Adventfastens bis Weihnachten ("alter Advent"). In den agrarischen Gebieten Ostösterreichs war es noch im 20. Jahrhundert üblich, den Vorabend dieser Fastenzeit als Erntefest mit Lichterprozessionen, Festspeisen ("Martinigans", "Martinigebäck"), Heischegängen, Masken- und Feuerbräuchen, Spielen, Liedern ("Martinilieder") und Segenswünschen ("Martinisegen", "Martinigerte") zu begehen. Zu Martini begannen und endeten Dienstverhältnisse, Pacht-, Zins- und Besoldungsfristen. Heute ist noch das "Martiniganslessen" üblich, Pfarren laden zur Segnung des neuen Weins ("Martiniloben") und Heurigenwirte zu dessen Verkostung ein. Die ehemalige Lichterprozession ist zu einem Kinderbrauch mit Laternenumzug geworden, mancherorts angeführt vom heiligen Martin in römischer Soldatenkleidung auf einem Pferd ("Martinsritt" in Bregenz). Martini gilt heute auch als Beginn des Faschings (11. 11. um 11 Uhr 11).

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