Wir leben in einem sehr alten Holzhaus mit allen Vor- und Nachteilen! Weil es uns im Winter - ihr wisst - in die Stadt zieht, haben die Mäuse hier Kirtag. Über viele Jahre mache ich das jetzt mit, im Frühjahr gibt es Schäden, die durch das Ungeziefer verursacht werden, es mauselt nahe bestimmten undichten Stellen, es geht soweit, dass aufgestellte Köder (sprich Mausgift) weggefressen sind, von Gerüchen, Skeletten und Mausbemmerln nicht zu reden.
Im heurigen Frühjahr war es so schlimm, dass ich einen Anfall bekam, der fast in einer Ehkrise endete, also "entweder die Mäuse oder ich", denn sie wohnten praktisch in der Speis. Ich war immer sehr dankbar für diesen winzigen Raum, der ein enormes Fassungsvermögen hatte, aber in den letzten Jahren lagerte ich über nur mehr Dosen und Flaschen in diesem praktischen Kämmerchen, denn sogar das Styropor aus den Verpackungen der Küchengeräte wurde angefressen.
So setzte ich dem Göttergatten - mit Hilfe lieber Verbündeter - das Messer an. Es müsse was geschehen, denn sonst geschieht, dass wieder nichts geschieht. Und so geschah es, die Renovierung des Speiskammerls wurde in Angriff genommen.
Montag: ausräumen! Unendlich viele Schachteln, Flaschen, Gläser, Dosen, Besen, Bügelladen, Bügeleisen, Küchengeräte brauchten Platz. Zwei Wäschekörbe in den Keller, einen Tisch voll ins Wohnzimmer und einiges weiter weg, unglaublich, was dieser Raum alles fasste!
Ich zeige kein vorher-Fotos von Mausbemmerln und angefressenen Gegenständen inkl Deckerln (!)
und beschreibe nicht die Gerüche und meine Gefühle, begleitet von spitzen Schreien, wenn ich mit Gummihandschuhen wieder wohin griff ....
Dienstag: die rechte Wand ist aus Holz und soll so bleiben, die linke Wand ist tapeziert, GG entfernt die Tapete,
die Makulatur ist aus 1972, das eine Jahr hätten wir auch noch warten können, dann hätte sie 40-jähriges Jubiläum.
Dann kommt es zu Tage:
Einladend ist der brüchige Verputz und die Spalten - ein Wunder, dass die hungrigen Biester hereinspazieren ?
Zuerst wurden alle Ritzen verspachtelt, die Wand mit Rigipsplatten versehen, ein Tag Pause zum Trocknen.
Am nächsten Tag, es ist bereits Mittwoch, wurde ausgemalt, ein Tag Pause zum Trocknen.
Zwischenzeitlich konnten wir die Regalbretter mit Schrankpapier überziehen.
Am Donnerstag nochmals übermalen und Trocknen.
Dazwischen immer wieder Boden säubern, wischen, putzen.
Am Freitag endlich konnte alles wieder herbeigeschleppt werden, nach einem genauen Plan eingeräumt ist die Speis jetzt pipifein sortiert und übersichtlich. Nach menschlichem Ermessen wird sie die nächsten Jahre mausfrei sein.
Zur Entspannung gab es hinterher beim
Schraml mit diesem Ausblick
eine verdiente Pause